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30. Januar 2012
Ernährung 2012: Trends und Preise
Öfter mal was Neues, dieses Motto gilt auch für die Ernährung. Was muss 2012 unbedingt auf den Tisch, was ist angesagt und vor allem: Wird Essen teurer?
„Eine gesündere Ernährung“, das ist laut einer aktuellen Studie einer der wichtigsten Vorsätze der Deutschen für das neue Jahr. Da trifft es sich gut, dass die jüngsten Trends in Sachen Essen eine deutlich grüne Einfärbung aufweisen.
And the Winner is: Reis
An der Spitze dieses Trends steht dabei der Schwarze Reis. Das klingt jetzt zwar nicht so richtig grün, aber was zählt, sind schließlich die inneren Werte. Reich an Spurenelementen, Mineralien und Antioxidantien ist dieser Naturreis nicht nur besonders gesund, sondern schmeckt auch lecker. Außerdem passt er ideal zu Trend Nummer zwei: glutenfreie Lebensmittel. Wer es nicht verträgt, tut es sowieso schon, doch verzichten auch immer mehr Menschen freiwillig auf Weizen, Gerste oder Roggen in ihrem Essen. Stattdessen setzen sie auf Sojabohnen, Hirse, Mais oder eben Reis.
Neben der Biowelle ungebrochen ist auch 2012 der Hang zum Finger Food. Die neueste Entdeckung stammt aus Sizilien und nennt sich Arancini. Das sind frittierte Bällchen aus – Überraschung – Reis (allerdings Rundkorn, nicht schwarz). Sie werden mit Fleisch oder verschiedenem Gemüse gefüllt und haben die praktische Eigenschaft, nicht zu zerfallen, wenn man sie mit den Fingern zum Mund führt. Ob das mit Quinoa ebenfalls geht, müsste ein Versuch zeigen, doch zählt das fälschlicherweise Inkareis getaufte Gemüse aus Südamerika ohnehin zu den Fuchsschwanzgewächsen. Seiner zunehmenden Beliebtheit bei uns tut das aber keinen Abbruch.
Natürlich teuer
Neben dieser eindeutigen Hinwendung zu allem, was nach Reis klingt, fallen die anderen Trends ein wenig zurück. Stark im Kommen sind die fruchtig-süße Maulbeere und die brasilianische Cupuaçu-Frucht. Außerdem verwenden immer mehr Menschen das natürliche Stevia statt Zucker oder künstlicher Süßstoffe. Es ist nicht nur gesünder und für Diabetiker geeignet, sondern süßt auch noch bis zu 300 mal stärker als gewöhnlicher Zucker.
Leider setzt sich ein anderer Trend der letzten Jahre 2012 ebenfalls fort. Denn die Lebensmittel werden weiterhin teurer. Das gilt nicht nur für die beliebten Bioprodukte. Industriell gefertigte Nahrungsmittel sind davon genauso betroffen. Ursache dafür sind die steigenden Kosten für Verpackung und Transport. Vielleicht ist das ja mit ein Grund für den zunehmenden Wunsch nach Produkten aus der Region. Das ist nicht unbedingt billiger, aber man weiß eben, was man hat, wenn man Eier, Milch und Gemüse beim (Bio-)Hof selbst abholt. Mal ganz abgesehen von der besseren Klimabilanz. „Regional essen“ bleibt uns als Trend also erhalten.
Essen auf Rädern
Noch besser fällt die Bilanz aus, wenn der Bauer seine Waren direkt zu Dir bringt. Dann kann er nämlich gleich noch Deine Nachbarn beliefern und so muss die Strecke nur einmal zurückgelegt werden. Während also davon auszugehen ist, dass die Gemüsekiste dieses Jahr weitere treue Anhänger gewinnen wird, schwappt ein Trend aus Amerika zu uns herüber, der für ortsansässige Geschäfte zur Konkurrenz werden könnte.
Was man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ganz hip „Food Trucks“ nennt, würde bei uns vermutlich schlicht „rollende Marktbude“ heißen. Ein Händler parkt seinen Kleinbus auf einem günstig gelegenen Parkplatz – wo genau, verkündet er per Twitter – und verkauft direkt aus dem Auto heraus Backwaren, Wurst, Grillhähnchen oder Snacks. Sein Vorteil: Er bezahlt keine Miete und kann damit günstigere Preise verlangen. Noch ersetzt der Truck keinen Supermarkt, aber wer weiß, was sich die Amerikaner da wieder einfallen lassen. Vielleicht wird das ja dann der Trend 2013. |
| Autor: Lars Kruse |
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